Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRuG) - wichtige Änderungen für den Mittelstand

Das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) ist am 23.7.2015 in Kraft getreten. Durch das BilRUG wurden EU Richtlinien umgesetzt und hauptsächlich Änderungen des HGB, des AktG, des GmbHG, des PublG und der jeweiligen Einführungsgesetze vorgenommen. BilRuG - Kernpunkte sind:

  • Die Umsetzung der EU-Bilanzrichtlinie ist mit der Verkündung des BilRUG im Bundesgesetzblatt am 22.7.2015 erfolgt. Pflicht zur Erstanwendung auf Abschlüsse und Lageberichte für das erste nach dem 31.12.2015 beginnende Geschäftsjahr.
  • Die monetären Schwellenwerte für die Bestimmung der Größenklasse gemäß § 267 HGB n.F. bzw. für die Befreiung von der Konzernrechnungslegungspflicht gemäß § 293 HGB n.F. wurden angehoben.
  • Die Definition der Umsatzerlöse in § 277 Abs. 1 HGB n.F. wurde geändert. Dies kann zu einer erheblichen Ausweitung der Umsatzerlöse führen und sich auf die Größenklassenbestimmung auswirken.
  • Die Verlagerung des gesonderten Ausweises außerordentlicher Erträge und Aufwendungen von der Gewinn- und Verlustrechnung in den Anhang. Ergänzende Verpflichtung zur Angabe und Erläuterung von Betrag und Art einzelner Erträge und Aufwendungen (Sachverhalte/Geschäftsvorfälle) von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung im Anhang.
  • Die Streichung des Postens „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ in der Gewinn- und Verlustrechnung und Einführung des Postens „Ergebnis nach Steuern“.
  • Die Darstellung des Nachtragsberichts im Anhang statt im Lagebericht unter zusätzlicher Angabe der finanziellen Auswirkungen von Vorgängen von besonderer Bedeutung mit Eintritt nach dem Schluss des Geschäftsjahres.
  • Die Einstandspflicht des Mutterunternehmens für Verpflichtungen einer Tochterkapitalgesellschaft als Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Erleichterungen bei der Aufstellung, Prüfung und Offenlegung eines Jahresabschlusses und/ oder Lageberichts.